Anaboles Fenster - gibt es das wirklich?

Der Körper benötigt während dem anstrengenden Training Energie. Diese Energie zieht der Körper hauptsächlich aus den Glykogenspeichern in den Muskeln und der Leber. Der Körper befindet sich während dem Training deshalb in einem katabolen Zustand, da er körpereigene Stoffe zur Energiegewinnung abbaut.


Hier kommt der Mythos ins Spiel: um diesen katabolen Zustand zu beenden und in den anabolen Zustand zu wechseln, sollten innerhalb von 45 Minuten nach dem Training viele Kohlenhydrate und Proteine gegessen werden. Dieses Zeitfenster wird als das anabole Fenster bezeichnet, da laut des Mythos der Körper in dieser Phase Nährstoffe besser verarbeiten können und die Proteinsynthese erhöht ist. Schwachsinn! Laut Studien ist die Proteinsyntheseaktivität nach dem Training sogar um 30% verringert. Außerdem müssen die Lebensmittel innerhalb des "anabolen Fensters" trotzdem den Verdauungstrakt durchlaufen, weshalb die Nährstoffe letztlich sowieso nicht rechtzeitig in den Blutkreislauf aufgenommen werden können. Die Proteinsynthese ist besonders innerhalb von 24 Stunden nach dem Training erhöht, weshalb die Aufnahme von Proteinen direkt nach dem Training nicht nötig ist.


Die Aufnahme von kurzkettigen Kohlenhydraten nach dem Training kann aber durchaus sinnvoll sein, da dadurch die Glykogenspeicher wieder aufgefüllt werden und in Folge dessen die Regeneration der Muskeln gefördert wird.


Fazit: Mach Dir keine Gedanken darüber, direkt nach dem Training genug Proteine essen zu müssen. Der Mythos vom anabolen Fenster direkt nach dem Training entspricht nicht der Wahrheit! Kurzkettige Kohlenhydrate nach dem Training können aber zur Regeneration der Muskeln beitragen.